Altersbedingte Makuladegeneration

Bei der AMD (altersbedingte Makuladegeneration) sind die Sehfunktionen Sehschärfe (Auflösung, Kontrastsehen) und das Farbensehen beeinträchtigt. Es kann zu einem wellenlinienartigen Verzerrtsehen kommen.

Sehschärfe: Im Frühstadium einer Makuladegeneration haben Sie häufig Schwierigkeiten beim Nahsehen, also beim Lesen, Handarbeiten etc.. Zunächst gehen viele Menschen daher davon aus, dass die Lesebrille zu „schwach“ ist.

Im Verlauf der Makuladegeneration wird dann auch zunehmend die Fernsicht beeinträchtigt. Je nach Ausdehnung und Schwere der Veränderungen wird im Bereich des zentralen Gesichtsfeldes alles wie durch eine „Wolke“ oder „Nebel“ wahrgenommen. Gesichter können zum Beispiel nicht mehr gut oder nur aus nächster Nähe erkannt werden. Durch eine zusätzliche Reduzierung des Kontrastsehens kann Schrift besonders auf farbigem Grund, wie z.B. in Illustrierten, nur noch mit sehr viel Mühe oder gar nicht entziffert werden.

Wellenlinien-Sehen: Sie sehen beispielsweise ein Karo-Papier oder die Fliesenränder im Bad wellig verzogen. Um sich regelmäßig zu testen, ist es essentiell, dass Sie ein Auge zuhalten beim Test.

Amsler Gitter zur illustrativen Darstellung von Metamorphopsien.

Farben sehen: Da sich im Bereich der Makula die Sinneszellen für das Farbensehen (Zapfen) befinden, sehen Sie mit einer Makulopathie mitunter alles „grauer“ (wie hinter einer Wolke). Im Frühstadium der Makuladegeneration können auch Farbsensationen (farbige Lichter) oder Farbverschiebungen (alles sieht grün, rot, lila aus) wahrgenommen werden. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn die meisten Zapfen degeneriert sind,  gibt es kaum eine Farbwahrnehmung mehr.


Das Risiko, an einer Makuladegeneration zu erkranken, nimmt mit dem Alter dramatisch zu. Liegt es in der Gruppe der 75-80-jährigen noch bei rund 10 Prozent, ist bei den über 85-Jährigen bereits jede zweite Person betroffen.


Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen der Makuladegeneration: die trockene (nicht exsudative) Form und die feuchte (exsudative) Form.

Die trockene (nicht exsudative) Makuladegeneration

Die trockene Makuladegeneration ist die häufigere der beiden altersbedingten Erkrankungen. Sie ist durch einen meist langsamen Verlauf gekennzeichnet. Bei ihr kommt es zunächst zu einer Einschränkung der Funktion und später zu einem Verlust der Sinneszellen. Dies geschieht durch die Anhäufung von Stoffwechselprodukten außerhalb der Pigmentzellen der Retina (Drusen), durch einen Verlust der Pigmentzellen selbst, sowie durch einen Verlust der unter der Fovea befindlichen Gefäße. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu sogenannten „geographischen Atrophien“ kommen.

Der Verlauf der trockenen Makuladegeneration kann sehr unterschiedlich sein. Bei einigen Patient*innen kommt es über Jahre zu einer langsamen Sehverschlechterung, bei der die Lesefähigkeit mit Hilfsmitteln (vergrößernden Sehhilfen) erhalten bleibt, bei anderen ist der Verlust der Lesefähigkeit möglich. Trotzdem ist die Verminderung der Sehschärfe meist geringer als bei der feuchten Makuladegeneration.

Behandlung

Um ein Voranschreiten der degenerativen Veränderungen zu verzögern oder gar aufzuhalten, können Sie spezielle Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ein leichter Vorteil einer solchen Behandlung wurde im Rahmen der sogenannten AREDS-Studie nachgewiesen. Diese Therapie ist aber nur für eine spezielle Untergruppe der Patient*innen mit trockener AMD empfehlenswert.

Es laufen immer wieder große Studien zu dieser Thematik. Auf Ihren Wunsch hin vermitteln wir Ihnen die entsprechenden Kontakte, sollten Sie dafür geeignet sein und dies ausdrücklich wünschen. Sobald es zugelassene Medikamente gibt, werden wir Sie selbstverständlich über die neuen Möglichkeiten informieren.

Die feuchte (exsudative) Makuladegeneration

Feuchte Makuladegeneration mit Blutungen

Die feuchte AMD ist die zahlenmäßig seltenere der beiden altersbedingten Makulaerkrankungen, in ihrem Verlauf jedoch meist die aggressivere Form.

Bei der feuchten Makuladegeneration kommt es durch ein Einwachsen schadhafter neuer Blutgefäße aus der Aderhaut in die Makula bzw. Fovea zu Blutungen und Wassereinlagerungen (Ödemen).

Der Verlauf der feuchten Makuladegeneration ist meist gekennzeichnet durch einen raschen und nachhaltigen Verlust der Sehschärfe. Es kommt häufig im Frühstadium zu einer Verzerrung gerader Linien (Fugen der Kacheln in Badezimmer, Bilderrahmen). Treten Blutungen auf, kommt es fast immer zu einem schlagartigen Verlust der Lesefähigkeit. Es entsteht ein zentraler Gesichtsfeldausfall. Beim Auftreten dieser Symptome ist Eile geboten. Bitte zögern Sie nicht, uns rechtzeitig zu kontaktieren und diese Symptomatik zu schildern.

Behandlung

Um ein Voranschreiten der degenerativen Veränderungen zu verzögern, aufzuhalten oder sogar bestehende Veränderungen zu heilen, besteht seit etwa 2004 die Möglichkeit, ein hochwirksames Medikament in das Auge zu injizieren (intravitreale Injektion). Dessen Wirkstoff ist in der Lage, die neu gebildeten Blutgefäße zurückzudrängen und so einen bestehenden Befund zu stabilisieren (d.h. die Makula wieder trocken zu machen) oder gar zu verbessern. Diese Behandlung muss in der Regel mehrmals im Abstand von etwa 4 Wochen ambulant durchgeführt werden.

Teilweise ist dann eine Heilung erreicht. Oftmals muss jedoch noch jahrelang gelegentlich oder sogar regelmäßig eine erneute Injektionstherapie durchgeführt werden, um die guten Ergebnisse aufrecht erhalten zu können.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, informieren wir Sie gern im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung. Unter ivom@augenzentrum-kraichgau.de können Sie uns gerne unter Angabe einer Rückrufnummer bereits vorab kontaktieren, wenn Sie Fragen zu Ihrer Makuladegeneration haben.

Im Internet können Sie sich zudem ausführlicher zur AMD informieren beispielsweise auf den Seiten vom AMD-Netz, von Pro Retina und von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.